Jelena und ich wollten endlich mal fortgehen, jetzt sind wir schon drei Wochen da und waren noch nie richtig fort. Lina, die Spanierin, fährt am Samstag heim und da haben wir uns gedacht, mach ma am Freitag Sangria Preparty auf der Dachterrasse und dann gehen wir nach Kerameikos in ein Lokal, das ist das Fortgehviertel von Athen. Weil ich grad Internet hatte am Donnerstag hab ich den Griechen von IAESTE geschrieben und anderen die nicht im Hotel wohnen. Als ich am Freitag dann von der Arbeit komme ist aber eh schon wieder alles anders, Linas Arbeitskollegen gehen mit fort und sie treffen sich schon viel früher, Abmarsch in 10 min. Das hab ich dann nicht geschafft, habe gesagt ich komme nach und hab dann allen geschrieben, dass sie doch nicht ins Hotel kommen sollen, sondern, dass wir gleich in ein Lokal gehen, in welches auch immer. Das macht echt keinen Sinn, dass man sich da einen Tag davor was überlegt und plant, weil am nächsten Tag ist eh wieder alles anders. Aber irgendwie regt mich das dann auf, dass das die Hälfte weiß und die andere Hälfte nicht und manche kommen dann zu dem urspr. Lokal und sind dann allein und rufen an wo denn der Rest ist oder wissen von gar nichts usw. Echt so ein Chaos ist das immer, dass man sich da nicht gscheit zsammreden kann, eieiei. Mittlerweile hat das etwas Eigendynamik entwickelt, dass ich das in die Hand nehme, bin mir schon vorgekommen wie eine Telefonzentrale, weil jetzt immer fast alle mich kontaktieren. Außerdem haben einige gesagt, dass mein Englisch so gut und so leicht verständlich ist, dass sie am liebsten mit mir reden.
Eine war überhaupt die Beste, hat gemeint mein Englisch ist so Deutsch.
Naja wie auch immer, ich hab dann noch im Hotel auf einen anderen gewartet, dann sind wir zu zweit nach Kerameikos gefahren. Jelena hat am Telefon dann nur gmeint sie hat keine Ahnung wo wir sind, sie gibt mir die Griechen. Hab dann mit einem geredet der gemeint hat, das Lokal kennt niemand, wir sollen nach der und der Straße fragen. Ich habs fast nicht geschafft mir den Namen der Straße zu merken, war etwas konfus das Ganze, er hat dann gemeint, es tut ihm leid, er hatte schon ein paar Drinks. Ich hätte da nie im Leben hingefunden, wenn ich alleine unterwegs gewesen wäre, Jens, der gottseidank auch später ins Hotel gekommen ist, hatte da mehr Orientierung, aber gut, dass ist auch nicht so schwer.
Wir waren dann irgendwo abgelegener, nicht mehr bei den ganzen Bars, ein Lokal wo nur Griechen hingehen, das war ziemlich cool! Haben Tsipouru getrunken, ein typisch griech. Schnapps. Den haben wir schon mal gekostet, aber dieser war jetzt hausgemacht und um Häuser besser! Danach waren wir noch in einem anderen Lokal, wo wir ein bisschen getanzt haben, leider war die Musik unbekannt. War echt ein lustiger, toller Abend mit den ganzen Leuten!
Am Samstag haben wir dann mal ausgeschlafen und am nachmittag bin ich endlich mal dazugekommen ein bisschen von Athen anzuschauen. In der Arbeit haben sie mich schon geschimpft, dass ich einfach gar nichts kenne. Aber ich war immer zu müde und wollte nicht um 6 noch was anschauen gehen, außerdem haben wir ja meist was gemeinsam am Abend unternommen. Zu dritt sind wir dann gemütlich rumspaziert, haben ein paar Gebäude angeschaut, einen Tempel und ein Stadion. Der griech. Studentenausweis ist echt so toll, so ein billiges Blattl Papier, aber er ermöglicht gratis Eintritt zu praktisch allen Sehenswürdigkeiten und Museen. Weil ehrlich gesagt, ich würde nie überall 3-5 Euro zahlen um mir Steine anzuschauen, die langsam zusammenfallen.
Wenn man ein paar Sachen gesehen hat, gleicht sich echt alles, überall stehen ein paar verfallene Säulen auf verbrannter Erde.
Am Abend sind wir dann nach Thissio, ein Viertel, das mir ein Arbeitskollege empfohlen hat. Der hat sich meinen Stadtplan genommen und überall Pünktchen eingezeichnet wo ich hin muss und was ich dort trinken muss.
Wir wollten Rakomello trinken, heißer griech. Schnapps (Tsipouru oder Raki) mit Honig, eine Spezialität und den besten gibts eben in Thissio. Wir haben dann einige Zeit gebraucht, das Pünktchen zu finden, waren uns dann auch nicht sicher obs der richtige Platz ist, aber der Rakomello war gut.
Danach sind wir mit der Straßenbahn zum Strand, die ganzen Clubs sind nämlich am Strand, kleiner Nachteil, man fährt eine Stunde. Aber die Lage ist gewaltig, man kann direkt am Meer sitzen in einer Bucht, das Wasser ist angestrahlt und türkis, man kann mit den Füßen ins Meer gehen und seinen Cocktail schlürfen, perfekt! Leider war die Musik Elektro, war nicht so ganz meins und Eintritt war 10€, aber immerhin war ein Cocktail um 12€ beim Ticket dabei. Wir waren nur zu viert, 2 Deutsche, ein Ungar und ich, weil Jelena war von ihren Arbeitskollegen zum Abendessen und Fortgehen eingeladen worden und mehr sind ja gar nicht mehr da von der einst so großen Runde. Die anderen haben allerdings gemeint, dass es besser ist wenn nicht so viele Leute sind, weil wie sie so viel waren, hat man gar nichts mehr entscheiden können und für alles ewig gebraucht. Ich bin dann irgendwann voll müde geworden, zwei Leuten hat die Musik total getaugt, die waren nur am Tanzen, zwei Leute sind eingeschlafen in den bequemen Sesseln am Strand, ich gehörte zu letzteren.
In der Früh sind wir dann zurück, die Straßenbahnfahrt war ewig, aber es hat sich trotzdem ausgezahlt dahinzufahren weil die Lage einfach ein Traum war. Muss unbedingt rausfinden, was es da sonst so für Musik spielt oder ob das immer Elektro ist.
Am Sonntag sind wir wieder durch Athen spaziert, waren in der Altstadt, da gehts zu am Sonntag, alles offen, mega Touristenfalle mit überteuerten Souvenirs, aber trotzdem voll nett und die Gebäude sind viel schöner. Jetzt merk ich erst wie grausig es in der Gegend ist wo ich wohne.
Den Abend haben wir dann noch mit einem Bier gemütlich ausklingen lassen. Waren in der Ostria Bar die gleich ums Eck ist vom Hotel, wo auch jeden Dienstag das IAESTE Treffen ist. Dort kriegen wir das Bier billiger, nur 3€ statt 5€, wenn man sagt, dass man von IAESTE ist. Furchtbar die Bierpreise da.
Das war echt voll das gemütliche und schöne Wochenende mit viel Gaudi beim Fortgehen, bin so froh, dass kein Trip war, war das erste Wochenende wo wir mal nicht weggefahren sind und das war echt angenehm!